Die Nolle – eine bewegende Historie

Immer wieder werden wir gefragt, woher der Name „Nolle“ kommt. Ob wir etwas mit dem Bahnhof Nollendorfplatz zu tun haben und was es mit dem Restaurant „Zum Franziskaner“ auf sich hat.

Tatsächlich – unser Restaurant Nolle befand sich ursprünglich im stillgelegten Hochbahnhof am bekannten Berliner Nollendorfplatz. Der Platz erhielt seinen Namen zur Erinnerung an eine Schlacht im Rahmen der Napoleonischen Befreiungskriege im Jahr 1813 bei Kulm und Nollendorf (tschechisch Naklérˇovská výšina = Nollendorfer Höhe) im böhmischen Erzgebirge. Der preußische General Friedrich Heinrich Ferdinand Emil Graf Kleist erhielt für seine Verdienste den Namenszusatz von Nollendorf. Nach ihm wurde die nahe gelegene Kleiststraße benannt – er ist also nicht unser Namenspatron.

Wie kam die Nolle in den Bahnhof Nollendorfplatz? Der oberirdische Teil des 1902 eingeweihten Bahnhofs wurde Anfang der 70er Jahre stillgelegt. Die 1961 errichtete Berliner Mauer verhinderte einen weiteren Zugbetrieb. 1973 zog dort die Nolle zusammen mit dem Berliner Antiquitäten- und Flohmarkt ein. Historische U-Bahn-Wagen dienten als Verkaufsräume für originale wie originelle Antiquitäten und in der Nolle wurde nicht nur beim Sonntagsbrunch kräftig gefeiert. Schnell wurde die Nolle ein beliebtes In-Lokal für Berlin-Besucher und Berliner.

Die lang ersehnte Wiedervereinigung 1990 belebte den Bahnverkehr zwischen Ost und West. Die Hochbahn fährt nun wieder über den Nollendorfplatz bis nach Pankow. So zogen wir mit der Nolle in die S-Bahn-Bögen am Bahnhof Friedrichstraße. Die rustikalen Gewölbe besitzen, wie die Nolle selbst, eine bewegte gastronomische Geschichte. Hier befand sich seit 1882 für mehr als 60 Jahre das berühmte Restaurant „Zum Franziskaner“. Ein Ort zünftiger Gastlichkeit mit Bier und deftigen Speisen. Wer in Berlins Mitte etwas auf sich hielt, traf sich in geselliger Runde zum Trinken, Speisen und kräftigen Feiern – das soll auch in der Nolle so bleiben.